Technik - at Fahrräder Lübeck

Archiv für die Kategorie „Technik“

Helium?

Nach dem letzten Beitrag wird der eine oder andere sich vielleicht überlegt haben, dass Helium in breiteren Reifen eine besonders gute Idee sei. Das stimmt theoretisch! Bei 25mm Reifenbreite und 7,5 Bar käme man auf eine Gewichtsreduzierung von knapp 9 Gramm pro Laufrad – je nach Sichtweise ist das jetzt viel oder wenig.

Der Haken an der Sache ist, dass die Molekülgröße von Helium deutlich geringer ist als die von Sauerstoff oder Stickstoff. Das Helium strömt also aus dem Reifen. Das ließe sich verhindern, indem man die Schläuche  mit Folie (ähnlich wie die der Luftballons auf dem Altstadtfest) ummantelt. Aber die wiegt ja wieder, und es würde ja auch knistern… So, Technikwoche abgeschlossen.

P.S. Zum Beitrag vom 7.7. gibt es ein kleines Update. Braucht jemand noch ein Tretlager und ne Kurbelgarnitur?

Komfort vs. Trennscheibe?

Quasi als Anschluss an den Letzten Artikel wird nun nun die Frage aufgeworfen, mit welcher Reifenbreite man am besten unterwegs ist. Alte Hasen rollen jetzt mit den Augen, aber für uns Normalos ist es immer noch erstaunlich: Bei einem Testdruck von 8 Bar laufen breitere Reifen schneller als dünnere – und das bei höherem Komfort und besserer Pannensicherheit!

Hierzu gibt es einen guten Artikel im Netz, den man wie folgt zuspitzen kann: Wir Durchschnittsradler mit sportlichem Anstrich sollten 25mm mit 7,5 Bar fahren…

Tube No More? (Stand Juli 2017)

In der MTB-Szene wird ja seit Jahren tubeless gefahren, und es wurde in den letzten Jahren massiv daran gearbeitet, diese Technik auch aufs Rennrad zu bringen. Die schmaleren Felgen und der höhere Druck waren da mit die größten Hürden. Viele Hersteller bringen heute ihre Laufräder in einer 2-Way-Fit Variante auf den Markt so dass man sowohl tubeless als auch ‚klassisch‘ fahren kann.

Für alle, bei denen jetzt nur Fragezeichen aufleuchten: Tubeless bedeutet, dass man (z.B. wie beim Auto) ohne Schlauch fährt.

Was technisch möglich ist, und was neu ist, wird ja von einem gewissen Menschenschlag auch immer gerne sofort probiert – und so hat es mir gewaltig in den Fingern gejuckt! Das Signal aus der at-Technik war klar: „Wir raten davon bisher noch ab“ hieß es da recht emotionslos.

Aus reiner Dickköpfigkeit, und um zu Zeigen, dass der Journalismus eben doch weitestgehend frei ist, und sich hohen Standards verpflichtet fühlt, habe ich mich etwas in die Problematik eingelesen und möchte die Pros und Cons hier kurz auflisten. (Wenn Froome heute nicht stürzt gewinnt er eh die Tour – wir haben also Zeit…)

Pro Tubeless:

  • Geringerer Rollwiderstand bei geringerem Luftdruck und dadurch:
  • Schneller,
  • Komfortabler und
  • Sicherer durch bessere Haftung.
  • Höherer Pannenschutz durch Dichtflüssigkeit im Reifen (und keine Snakebites).
  • Hat man doch einen Platten lässt sich theoretisch ein Schlauch einziehen.

Contra Tubeless:

  • Montage ist aufwendiger.
  • Kompressor ist nötig bzw. sehr hilfreich.
  • Reifen sind Wartungsintensiver.
  • Teurer
  • Schwerer (Rechnet man die Dichtungsmilch zum Gewicht dazu)
  • Sollte es unterwegs zu einem Platten kommen kann man zwar einen Schlauch einziehen, dies aber nur, wenn man den weniger elastischen Reifen überhaupt von der Felge bekommt. Das kann, je nach Toleranz und Zusammenspiel der Hersteller, nahezu unmöglich sein… (Manche Tester empfehlen Reifenheber UND einen Leatherman mitzunehmen!)
  • Es soll vorgekommen sein, dass zu hart gefahrene Reifen von der Felge springen.

Solange man nicht das Pech hat, einen besonders üblen Cut in den Reifen zu bekommen, spricht einiges für Tubeless (eine gewisse Liebe zur Materialpflege und Technikverständnis vorausgesetzt).

Ich sehe es so:
Auf meinem Racer muss ich schnell und ohne Hilfe Dritter/Werkzeug meinen Schaden beheben können. Sowohl im Rennen als auch irgendwo weit weg von Zuhause. Mehr als eine Panne auf 4000km habe ich zwar nicht zu verzeichnen, aber wer steht schon gerne blöd in der Landschaft rum?

Mit dem Reiserad/Randonneur/Gravelbike würde ich, alleine schon wegen des Komforts, aber auch wegen der Pannensicherheit und der Laufeigenschaften, gerne mal tubeless fahren. Und sollte der Ernstfall wirklich eintreten: auf so einer Tour hat man sowieso etwas mehr Werkzeug und Zeit im Gepäck…

 

Fast alles richtig gemacht…

…hat dieser Nachbar in Sachen Stadtrad-Sicherung. Zunächst: ein unattraktives Cube gekooft. Dann nicht zwei, sondern drei(!) Schlösser besorgt. Am Ende wurde ihm aber die Schlamperei im Detail zum Verhängnis. 1. Keine Super-Spezial-Sicherheitsschrauben an den Laufrädern und Vorbau, und 2. das Hinterrad nicht gesichert (3. Schloß). Dabei gab es doch gerade kürzlich einen ausführlichen Artikel, wie man es richtig macht…

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