Archiv für die Kategorie „Technik“

Fertig mit der Bereifung

Wer im Winter nicht neben schlechtgelaunten Tropfnasen im Bus sitzen möchte, der sollte sich rechtzeitig Gedanken machen. Denn (so Helmchens Erfahrung) bis -9° Celsius sind Radfahrten unter einer Stunde locker zu absolvieren. Natürlich muss man etwas aufrüsten. Handschuhe, Schal/Bandana und Schuhe sollten vorhanden sein. Am besten in Windfest, und ggf. in Schichten (Überschuhe etc.). Soweit logisch. Was ist aber mit der Bereifung? Man will ja nicht bei jedem kleinsten Glatteis die Segel streichen, oder Weihnachten mit Gips abhängen! Daher hier 2 Produktempfehlungen:

  1. Der „CONTINENTAL TOP CONTACT WINTER II PREMIUM“ für etwas Schnee/Schneematsch
  2. Der „MARATHON WINTER PLUS“ für echte Frauen/Männer

Ersterer sorgt, dank Lamellenprofil, für guten Halt bei Schnee und matschigem Winterwetter, und letzterer lässt, dank Spikes, keine Wünsche offen.

Im Selbsttest: DT Swiss Laufräder

In der Brevet-Saison dieses Jahr habe ich viel über die passende Ausstattung nachgedacht. Besonders die Lösung der Licht- und Stromversorgung (Navigation/Telefon) war immer wieder unbefriedigend. Mein Setup mit Lupine und 2 Powerbanks hat mich zwar auch beim 600er nicht im Stich gelassen, hat aber gleichzeitig mehrere Schwächen.

  1. In der Nacht, bei schlechter Straße, hätte man gerne zusätzlich Helmlicht
  2. Powerbank und Handy zur Navigation passen nicht gut zu langen Regenphasen
  3. Keine Redundanz (nichts darf ausfallen)

Diese Probleme – kombiniert mit der Tatsache, dass Schlechtwettereinsätze die Rennlaufräder abnutzt – hat mich dazu gebracht, einen Laufradsatz für Brevets und die dunkle Jahreszeit zusammenzustellen. Wichtig dabei: Lichtmontage innerhalb 10min, Nabendynamo, breitere Felge, Haltbarkeit, Gewicht. Und, ganz wichtig, die Laufräder sollten bei möglichen Pannen gut selbst zu reparieren sein. Meine Wahl fiel auf folgendes Setup:

DT Swiss Laufräder für den Randonneur

Nach etwa 500 Testkilometern kann ich sagen: Mission accomplished! Die breiteren Felgen lassen meine 25mm Reifen wie 28er aussehen (Komfort ist alles). Über Licht denkt man nicht mehr nach, und im Wald etc. schaltet man die Lupine dazu. Handy wird tagsüber aufgeladen (siehe http://www.at-fahrraeder.de/im-selbsttest-usb-werk-von-buschmueller/), und kann sogar bei Lichtbetrieb etwas mitversorgt werden. Allerdings: Für lange Touren (Stichwort Redundanz) ist das mit der Navigation per Handy noch nicht ideal. Dazu später mehr…

Kabelführung nicht beachten!

Umwerfendes großes Schaltwerk…

Wer sich bei der letzten Tour gefragt hat, was für einen Klunker der Romain Bardet da am Schaltauge trägt, der bekommt hier die Antwort:

Das Teil kostet ne Menge und bringt, in Watt gemessen kaum Vorteile – aber pure Vernunft darf niemals siegen! Der beste Radladen der Welt empfielt aber eher: Schaltung richtig einstellen und Kette regelmäßig reinigen. Das spart auf Dauer ne Menge Watt und Moneten…

EXAKT – LOOK POWERED BY SRM

Neues aus der Welt der Power Meter Pedale:

 

Im Selbsttest: USB-Werk von Busch+Müller

In Zeiten von Komoot und Strava fährt man gerne mit dem Smartphone als Radcomputer. Wenn da nicht das ewige Problem mit der Stromversorgung wäre! Für Touren unter drei Stunden klappt es ja auch so, aber wehe man ist länger unterwegs, oder schon mit 50% Akkuladung losgefahren… Wer keinen Nabendynamo am Rad hat, der muss auf die Versorgung per Power-Bank setzen. Das wiederum bringt nervige Verkabelung und mangelnde Befestigungsmöglichkeiten mit sich. Wer wiederum auf Nabendynamos setzt ist auch noch nicht am Ziel! Erstens benötigen Smartphones eine stabile Spannungsversorgung damit sie nicht immer zwischen ‚laden‘ und ’nicht laden‘ schwanken, und zweitens muss die Zeit an der Ampel oder Kreuzung vernünftig überbrückt werden.

Dieses Problem löst das USB-Werk von Busch+Müller. Es fungiert als Pufferakku zwischen Smartphone und Nabendynamo. In der Praxis sieht das so aus: Man läd zunächst den Pufferakku auf, indem man die ersten 15min der Tour (ohne Licht) Energie in den Akku pumpt. Dann kann man das Handy anstecken und bekommt regelmäßig Strom aufs Gerät. Kleine Stopps bis 2 Minuten kann der Pufferakku überbrücken. Je nachdem welches Lampenset man fährt kann man selbst bei angeschaltetem Licht das Telefon noch laden solange dieses stromsparend eingestellt ist. In meiner Versuchsanordnung mit iPhone 6, SONdeluxe und IQ-X funktioniert das einwandfrei. Ist man in schwierigem Gelände unterwegs, oder hat viele kleine Stopps in der Stadt, dann hilft es, den Stromverbrauch per Flugmodus zu reduzieren. bei längeren Touren läd man problemlos das Handy auf bzw. verzögert das Entladen bei Nachtfahrten.

Für mich ist das Teil auf langen Fahrten eine echte Hilfe. Ein Problem weniger über das man nachdenken muss. Und natürlich läd das USB-Werk nicht nur Smartphones sondern alles, was man per USB anschließen kann. Garmins, Wahoos you name it…

It’s Magnic!

Für mich sind Inductionsbetriebene Lampen nach wie vor die Zukunft der Radbeleuchtung. Kein Widerstand, keine leeren Batterien. Allerdings nichts für Carbon und Alufelgen. Diese Lösung finde ich schon nicht schlecht. Nur: warum wurde die Kickstarter-Kampagne abgebrochen?

Helium?

Nach dem letzten Beitrag wird der eine oder andere sich vielleicht überlegt haben, dass Helium in breiteren Reifen eine besonders gute Idee sei. Das stimmt theoretisch! Bei 25mm Reifenbreite und 7,5 Bar käme man auf eine Gewichtsreduzierung von knapp 9 Gramm pro Laufrad – je nach Sichtweise ist das jetzt viel oder wenig.

Der Haken an der Sache ist, dass die Molekülgröße von Helium deutlich geringer ist als die von Sauerstoff oder Stickstoff. Das Helium strömt also aus dem Reifen. Das ließe sich verhindern, indem man die Schläuche  mit Folie (ähnlich wie die der Luftballons auf dem Altstadtfest) ummantelt. Aber die wiegt ja wieder, und es würde ja auch knistern… So, Technikwoche abgeschlossen.

P.S. Zum Beitrag vom 7.7. gibt es ein kleines Update. Braucht jemand noch ein Tretlager und ne Kurbelgarnitur?

Komfort vs. Trennscheibe?

Quasi als Anschluss an den Letzten Artikel wird nun nun die Frage aufgeworfen, mit welcher Reifenbreite man am besten unterwegs ist. Alte Hasen rollen jetzt mit den Augen, aber für uns Normalos ist es immer noch erstaunlich: Bei einem Testdruck von 8 Bar laufen breitere Reifen schneller als dünnere – und das bei höherem Komfort und besserer Pannensicherheit!

Hierzu gibt es einen guten Artikel im Netz, den man wie folgt zuspitzen kann: Wir Durchschnittsradler mit sportlichem Anstrich sollten 25mm mit 7,5 Bar fahren…

Tube No More? (Stand Juli 2017)

In der MTB-Szene wird ja seit Jahren tubeless gefahren, und es wurde in den letzten Jahren massiv daran gearbeitet, diese Technik auch aufs Rennrad zu bringen. Die schmaleren Felgen und der höhere Druck waren da mit die größten Hürden. Viele Hersteller bringen heute ihre Laufräder in einer 2-Way-Fit Variante auf den Markt so dass man sowohl tubeless als auch ‚klassisch‘ fahren kann.

Für alle, bei denen jetzt nur Fragezeichen aufleuchten: Tubeless bedeutet, dass man (z.B. wie beim Auto) ohne Schlauch fährt.

Was technisch möglich ist, und was neu ist, wird ja von einem gewissen Menschenschlag auch immer gerne sofort probiert – und so hat es mir gewaltig in den Fingern gejuckt! Das Signal aus der at-Technik war klar: „Wir raten davon bisher noch ab“ hieß es da recht emotionslos.

Aus reiner Dickköpfigkeit, und um zu Zeigen, dass der Journalismus eben doch weitestgehend frei ist, und sich hohen Standards verpflichtet fühlt, habe ich mich etwas in die Problematik eingelesen und möchte die Pros und Cons hier kurz auflisten. (Wenn Froome heute nicht stürzt gewinnt er eh die Tour – wir haben also Zeit…)

Pro Tubeless:

  • Geringerer Rollwiderstand bei geringerem Luftdruck und dadurch:
  • Schneller,
  • Komfortabler und
  • Sicherer durch bessere Haftung.
  • Höherer Pannenschutz durch Dichtflüssigkeit im Reifen (und keine Snakebites).
  • Hat man doch einen Platten lässt sich theoretisch ein Schlauch einziehen.

Contra Tubeless:

  • Montage ist aufwendiger.
  • Kompressor ist nötig bzw. sehr hilfreich.
  • Reifen sind Wartungsintensiver.
  • Teurer
  • Schwerer (Rechnet man die Dichtungsmilch zum Gewicht dazu)
  • Sollte es unterwegs zu einem Platten kommen kann man zwar einen Schlauch einziehen, dies aber nur, wenn man den weniger elastischen Reifen überhaupt von der Felge bekommt. Das kann, je nach Toleranz und Zusammenspiel der Hersteller, nahezu unmöglich sein… (Manche Tester empfehlen Reifenheber UND einen Leatherman mitzunehmen!)
  • Es soll vorgekommen sein, dass zu hart gefahrene Reifen von der Felge springen.

Solange man nicht das Pech hat, einen besonders üblen Cut in den Reifen zu bekommen, spricht einiges für Tubeless (eine gewisse Liebe zur Materialpflege und Technikverständnis vorausgesetzt).

Ich sehe es so:
Auf meinem Racer muss ich schnell und ohne Hilfe Dritter/Werkzeug meinen Schaden beheben können. Sowohl im Rennen als auch irgendwo weit weg von Zuhause. Mehr als eine Panne auf 4000km habe ich zwar nicht zu verzeichnen, aber wer steht schon gerne blöd in der Landschaft rum?

Mit dem Reiserad/Randonneur/Gravelbike würde ich, alleine schon wegen des Komforts, aber auch wegen der Pannensicherheit und der Laufeigenschaften, gerne mal tubeless fahren. Und sollte der Ernstfall wirklich eintreten: auf so einer Tour hat man sowieso etwas mehr Werkzeug und Zeit im Gepäck…

 

Fast alles richtig gemacht…

…hat dieser Nachbar in Sachen Stadtrad-Sicherung. Zunächst: ein unattraktives Cube gekooft. Dann nicht zwei, sondern drei(!) Schlösser besorgt. Am Ende wurde ihm aber die Schlamperei im Detail zum Verhängnis. 1. Keine Super-Spezial-Sicherheitsschrauben an den Laufrädern und Vorbau, und 2. das Hinterrad nicht gesichert (3. Schloß). Dabei gab es doch gerade kürzlich einen ausführlichen Artikel, wie man es richtig macht…

Sale!
Jetzt fast ganz neu:
Unsere SCHNÄPPCHENECKE!
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23552 Lübeck

Tel. : 04 51 – 798 22 68

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